Im Jahr 2019 habe ich meine Ausbildung zum Schlaf-Gesund-Coach bei Prof. Günther W. Amann-Jennson gemacht. Während dieser Zeit habe ich in einem Hotel mit einem SAMINA Power Sleeping Room übernachtet, und dort stand das ganze Bett leicht schräg. Ich habe den Unterschied sofort gespürt. Noch von dort aus habe ich meinen Mann Markus angerufen: „Wenn ich heimkomme, ist das Bett schräg.“ – „Wie schräg?“ – „Mach einfach.“ Seitdem schlafe ich nur noch in Ganzkörper-Schräglage, und wenn ich heute einmal in einem waagerechten Bett liege, läuft mir irgendwie alles in den Kopf.

In diesem Artikel erkläre ich Ihnen, was hinter dem Schrägschlafen steckt, was man darüber weiß und wie Sie es selbst ausprobieren können.

Was bedeutet Ganzkörper-Schräglage?

Viele denken beim Schrägschlafen an ein Bett, bei dem man das Kopfteil hochstellt. Das ist das häufigste Missverständnis, das mir begegnet. Wird nur das Kopfteil angehoben, knickt der Körper an der Hüfte ab, und genau das ist nicht gemeint.

Bei der Ganzkörper-Schräglage ist die gesamte Liegefläche gleichmäßig geneigt, vom Kopf bis zu den Füßen. Der Körper liegt weiterhin gerade, nur der Kopf befindet sich etwas höher als die Füße. Prof. Amann-Jennson empfiehlt einen Höhenunterschied zwischen Kopf- und Fußende von zehn bis fünfzehn Zentimetern. Unser eigenes Bett steht mit zehn Zentimetern schräg.

Warum überhaupt schräg schlafen?

Prof. Amann-Jennson hat das Konzept zusammen mit dem Berliner Professor Karl Hecht entwickelt. Die beiden erklären es mit der Schwerkraft: Tagsüber wirkt sie ständig auf unseren Körper, beim Stehen, beim Gehen, in jeder Bewegung. Liegen wir nachts völlig waagerecht, fallen diese Reize stundenlang weg, ähnlich wie bei Astronauten in der Schwerelosigkeit. Die leichte Neigung soll dem Körper auch nachts einen sanften Schwerkraftreiz geben.

Dabei stützen sie sich auch auf die Arbeiten der früheren NASA-Forscherin Dr. Joan Vernikos. Sie hat jahrelang untersucht, was die Schwerelosigkeit mit dem Körper von Astronauten macht, und dabei gezeigt, wie sehr unser Körper die Schwerkraft als Reiz braucht. Ihre Erkenntnisse gehören zu den Grundlagen, auf denen das Konzept aufbaut, und ich finde diese Erklärung sehr einleuchtend.

Worauf das Konzept aufbaut

Prof. Amann-Jennson beschreibt die Ganzkörper-Schräglage als ein Konzept, das auf Erkenntnissen aus der Schlaf- und Raumfahrtmedizin beruht. In der Raumfahrtforschung wird seit Jahrzehnten untersucht, was mit dem Körper geschieht, wenn die Schwerkraft fehlt. Dabei dient langes, flaches Liegen sogar als Modell, um die Schwerelosigkeit auf der Erde nachzustellen. Daraus haben Prof. Amann-Jennson und Prof. Hecht die Idee entwickelt, dem Körper auch im Schlaf einen leichten Schwerkraftreiz zu erhalten.

Schnarchen kann Paare nachts trennen, obwohl sie gar nicht getrennt schlafen möchten. Bei meinem Mann Markus hat das Schnarchen mit der Schräglage aufgehört. Nur wenn er Alkohol getrunken hat, schnarcht er trotzdem. Ob die Ganzkörper-Schräglage bei Ihnen etwas verändert, kann ich nicht versprechen, jeder Mensch ist anders. Wer stark schnarcht oder Atemaussetzer bei sich oder seinem Partner bemerkt, sollte genauer hinschauen, zum Beispiel mit einer Schlafanalyse zu Hause. Zeigen sich dabei deutliche Auffälligkeiten, gehört die Einordnung in ärztliche Hände.

Und dann sind da die Erfahrungen, meine eigenen und die meiner Kunden.

Wie fühlt sich das an?

Wer zum ersten Mal schräg liegt, beschreibt das Gefühl oft ganz ähnlich. Holm, einer unserer Kunden, sagte zu mir: „Man hat das Gefühl, man wird ein Stück nach unten gezogen, es verlängert einen.“ Von anderen Kunden, darunter zwei Unternehmerinnen, höre ich nach der Umstellung manchmal schlicht, dass es so gemütlich ist, dass sie morgens gar nicht aufstehen wollen, obwohl sie fit sind.

Das sind persönliche Erfahrungen, und für mich zeigen sie, dass sich ein Schlafplatz nicht allein mit dem Kopf beurteilen lässt. Am Ende liegt nicht unser Verstand im Bett, sondern unser Körper.

So können Sie es zu Hause ausprobieren

Um die Ganzkörper-Schräglage kennenzulernen, müssen Sie nicht gleich ein neues Bett kaufen. Prüfen Sie zuerst, ob sich Ihr Bett am Kopfende um etwa zehn Zentimeter anheben lässt, zum Beispiel mit stabilen Holzklötzen. Starten Sie ruhig gleich mit diesen zehn Zentimetern. Ein paar Dinge sollten Sie dabei beachten:

  • Neigen Sie das ganze Bett und nicht nur das Kopfteil, bei einem Doppelbett beide Seiten gleich.
  • Die Füße am Fußende stehen danach schräg auf und können den Boden beschädigen. Schützen Sie sie, zum Beispiel mit einer Unterlage.
  • Hat Ihr Bett in der Mitte einen weiteren Fuß, hängt dieser nach dem Anheben womöglich in der Luft und muss ebenfalls unterlegt werden.
  • Bei Boxspringbetten funktioniert das in der Regel nicht.

Inzwischen gibt es auch Bettrahmen, bei denen sich die Neigung einstellen lässt. Meine eigenen Erfahrungen beziehen sich immer auf das SAMINA-Schlafsystem, und ich empfehle es deshalb auch komplett.

Geben Sie Ihrem Körper Zeit

Wer sich nachts viel bewegt, rutscht in der Schräglage anfangs manchmal etwas nach unten. Wird der Schlaf insgesamt ruhiger, bewegt man sich aber oft auch weniger. Rechnen Sie mit einer Umstellungszeit von drei bis sechs Wochen, je nach Ausgangslage. Beurteilen Sie die Schräglage deshalb nicht nach der ersten Nacht, sondern achten Sie über einige Wochen darauf, wie Sie morgens aufwachen und wie Sie sich tagsüber fühlen.

Wer gesundheitliche Beschwerden hat, sollte eine solche Veränderung vorher mit seinem Arzt besprechen.

Erst liegen. Dann entscheiden.

Über das Schrägschlafen kann man viel lesen und viel erklären. Wie es sich für Sie anfühlt, erfahren Sie aber nur im Liegen. Bei uns in Fuchsstadt können Sie die Ganzkörper-Schräglage in Ruhe probeliegen und mit einem flachen Bett vergleichen. Nehmen Sie sich dafür Zeit, und bringen Sie gern Ihren Partner mit, denn beide Seiten werden gleich geneigt.

Weitere Antworten finden Sie in unseren häufigen Fragen zum Schrägschlafen. Und wenn Sie es selbst erleben möchten: Termin zum Probeliegen vereinbaren.